Ansichten eines Pferdes Ansichten eines Pferdes
Search:
Anzeigen  Druckversion  Suche  Bearbeiten  Versionen  Anhängen  Logout
Menü Ein gutes Pferd hat keine Farbe ...


Einführung

Exterieur der Pferde

Pferderassen

Halfter und Sattel

Pferdestall und Unterstand

Die Natur der Pferde

Medizin für Pferde

Fortpflanzung

Schönheitstudio für Pferde

Pferdekutschen und Pferdewagen

Tipps für den Pferdekauf

Ergänzungen

Bilder und Glossar

Menü bearbeiten   

Geburt und erste Lebensstunden des Fohlens

Vorbereitungen auf die Geburt des Fohlens
Ist die Trächtigkeit beim Pferd normal verlaufen, sollte die tragende Stute etwa drei Wochen vor der Geburt in eine Abfohlbox gebracht werden, damit sie sich an die neue Box gewöhnen kann. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Stute damit, Antikörper zu bilden, die nach der Geburt mit der Kolostralmilch oder Biestmilch (die erste Milch nach dem Fohlen) an das Fohlen weitergegeben werden. Die Antikörper schützen das Fohlen vor Infektionen, bis es ein eigenes belastungsfähiges Immunsystem ausgebildet hat.

Nachgeburtsphase - Fohlen mit der Fruchtblase

Anzeichen für die bevorstehende Geburt
Mehrere Anzeichen bei der Stute können die Geburt ankündigen. Einige Stuten zeigen typische Merkmale, andere hingegen keine. Zwei bis vier Wochen vor der Geburt vergößert sich das Euter. Die Muskulatur der Kruppe erschlafft, die Beckenbänder werden weich und der Schweifansatz tritt ein paar Tage vor der Geburt deutlicher hervor. Der Schweifansatz wird angehoben und die Stute kann immer mal wieder kleine Mengen an Kot absetzen. Kurz vor der Geburt können sich am Unterbauch der Stute auch Ödeme bilden (Ödem ... Wasseransammlung in Gefäßen). Die Vulva der Stute wirkt geschwollen und die Schamlippenspalte wird deutlich breiter. Kurz vor der Geburt fließen aus der Vulva dann auch noch kleine Mengen von Schleim. Vier bis sechs Tage vor der Geburt vergrößern sich die Zitzen, ein bis vier Tage vor der Geburt bilden sich dann auch Harztropfen (Kolostralmilch) an jeder Zitze. Bei manchen Stuten beginnt die Milch dann schon zu tropfen.

Geburtsprozess
Kurz vor der Geburt dreht sich das Fohlen um seine Längsachse. Die Vorderbeine liegen jetzt bereits im Geburtskanal. Der Kopf ist zwischen den Beinen gelagert.

Unruhe und mehrfaches Hinlegen und Aufstehen deuten auf erste Wehen hin. Die Geburt setzt dann in der Regel ein, wenn sich die Stute ungestört fühlt, daher ereignen sich 90 Prozent der Geburten nachts, häufig erst nachdem Ruhe im Stall eingekehrt ist.

Der Geburtsvorgang ist sowohl für die Stute als auch für das Fohlen ein enormer Kraftakt. Die Geburt verläuft in 3 Phasen:

  • Wehenphase: Der Geburtskanal weitet sich und die Stute bekommt starke Wehen, die das Austreiben des Fohlens aus der Gebärmutter ankündigen. In dieser Phase ist die Stute meist sehr unruhig, schwitzt, legt sich immer wieder hin und schaut sich nach ihrem Bauch um.

  • Austreibungsphase: Nach dem Platzen der Fruchtblase wird das Fohlen mit Presswehen durch den Geburtskanal geschoben und vollständig ausgetrieben. Diese Phase dauert in der Regel bis zu 40 Minuten. Nachdem das Fohlen da ist, reißt die Nabelschnur in der Regel, sobald die Stute aufsteht, um das Fohlen durch lecken von den Eihüllen zu befreien und so die Atemwege des Fohlens freizumachen.

  • Nachgeburtsphase: Nach maximal zwei Stunden sollte die Nachgeburt, welche aus der Plazenta besteht, komplett abgegangen sein. Diese muss unbedingt auf Vollständigkeit überprüft werden, da die Stute selbst beim Zurückbleiben von nur kleinen Anteilen eine Gebärmutterentzündung entwickeln kann.

Der Nabel eines Fohlens soll nach der Geburt nicht unnötig und ohne Handschuhe berührt werden. Ein Abbinden des feuchten Nabels ist nicht nötig.

Nach der Geburt ist das Absetzen der Nachgeburt besonders wichtig. Die Nachgeburt sollte in einigen Fällen vorsichtig bei der Stute hochgebunden werden, um ein Abreißen zu verhindern (unvollständige Ablösung der Nachgeburt). Im Regelfall geht sie durch die Nachwehen innerhalb von zwei Stunden selbstständig ab. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Entfernung der Nachgeburt vollständig geschieht. Zu ihr gehören: Eihaut, Plazenta, Membranen sowie die Reste der Nabelschnur. Falls die Nachgeburt nicht vollständig abgelöst werden kann, so ist umgehend ein Tierarzt zu verständigen.

erste Lebensstunde eines Fohlens

Erste Lebensstunden des Fohlens
Die ersten Lebenstage stellen immer eine kritische Phase für jedes neugeborene Fohlen dar. Nachdem das Fohlen auf der Welt ist, sollte es spätestens 2 Stunden nach der Geburt die lebenswichtige Biestmilch (Kolostrum) aufnehmen, die mit Antikörpern der Mutter angereichert ist, welche das Fohlen vor Infektionen schützen.

Ein gesundes, neugeborenes Fohlen sollte:

  • unmittelbar nach der Geburt einen ausgeprägten Saugreflex zeigen

  • kurz nach der Geburt erste Aufstehversuche unternehmen

  • innerhalb von ca. 1-2 Stunden nach der Geburt stehen können

  • innerhalb von ca. 2-3 Stunden nach der Geburt bei der Stute zu trinken beginnen

  • in den weiteren Stunden nach der Geburt sollte das Fohlen erstmals Kot und Harn absetzen

Nach der Geburt ist es empfehlenswert Stute und Fohlen ungestört Zeit für die Kontaktaufnahme zu geben. Die Mutter leckt das Fohlen gründlich ab, regt dadurch die Darmtätigkeit an und ermuntert es zum Aufstehen. Nach einer Stunde sollte das Fohlen stehen, nach einer weiteren am Euter der Stute saufen.

Mangelnde Kolostrumaufnahme stellt ein häufiges und ernst zu nehmendes Problem neugeborener Fohlen dar. Da Fohlen während der Trächtigkeit keinerlei Antikörper über die Gebärmutter erhalten, sind sie absolut auf die erste Milch (Kolostrum, Biestmilch) der Mutterstute angewiesen. Diese Biestmilch sollte idealerweise gelb, dickflüssig und klebrig sein. Hat die Stute vor der Geburt vorzeitig Milch verloren (tröpfelnde Milch aus dem Euter), Kolostrum schlechter Qualität (niedriger Antikörpergehalt) oder das Fohlen trinkt zu wenig, schlägt sich dies auf die Gesundheit des Fohlens nieder.

Hinweis: Die Qualität der Stutenmilch, wird unter anderen maßgeblich durch die Fütterung während Trächtigkeit beeinflusst.

Stute und Fohlen

Mögliche Komplikationen während der Geburt oder Trächtigkeit beim Pferd
Treten bei der trächtigen Stute Ausfluss, eine zu frühe Milchabsonderung oder Entzündungen auf, kann dies ein erster Hinweis auf Komplikationen sein. Achte deshalb genau auf die Entwicklung.

Während der gesamten Trächtigkeit beim Pferd kann es zu Komplikationen kommen. Zu den häufigsten zählt der Abort (Fehlgeburt). Der Fötus ist dabei außerhalb des Uterus (Gebärmutter) nicht lebensfähig. Zu den Ursachen eines Aborts zählen sowohl infektiöse als auch nichtinfektiöse Erkrankungen. Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten sind infektiöse Erkrankungen wie:

  • Equine Herpesvirus: Das Equine Herpesvirus gilt als eine der Hauptursachen für Spätaborte und ist hochgradig ansteckend. Die Aborte treten vorrangig zwischen dem siebten und zehnten Trächtigkeitsmonat auf, können aber auch tote Fohlen zur Folge haben.

  • Equine Virusarteritis: Die Equine Virusarteritis wird auch als Staupe bezeichnet. Dabei kommt es zur Schädigung der Blutgefäße und einer schlechteren Durchblutung der Plazenta (Mutterkuchen).

  • bakterielle Aborte: Bakterien steigen in den Uterus auf und verursachen eine Entzündung der Plazenta. Zu den Bakterien gehören Streptokokken, Escherichia coli, Staphylokokken, Chlamydien und einige andere.

  • Gebärmutterschleimhautentzündung

Nicht-infektiöse Ursachen sind insbesondere genetische Defekte, Stress, Mangelernährung, Komplikationen mit der Nabelschnur sowie andere schwere Allgemeinerkrankungen.

Zwillingsgeburten bei Pferden
Die Stute kann nur eine Plazenta ausbilden, da diese die Gebärmutter vollständig ausfüllt. Zwillinge müssten sich daher eine Gebärmutter teilen. Entwickeln sich zu Beginn der Trächtigkeit des Pferdes zwei Eier in der Gebärmutter der Stute, wird meistens einer der Embryonen bis etwa zum elften Tag der Trächtigkeit resorbiert. Es entwickelt sich nur ein Ei weiter.

Kommt es zu einer Weiterentwicklung beider befruchteten Eier, müssen sich die Föten eine Gebärmutter teilen. Meistens tritt dann später ein Abortus auf oder die Fohlen sind bei der Geburt eher lebensschwach.

Probleme bei der Trächtigkeit
Störungen der Trächtigkeit können in jedem Monat auftreten. Am häufigsten findet eine Resorption der Frucht oder ein früher embryonaler Fruchttod statt. Ausgelöst werden kann dieses Problem durch eine Gelbkörperschwäche der Stute (Progesteron oder Gelbkörperhormon; ein Hormon das die Schwangerschaftvorgänge reguliert), Missbildungen, Stress und starke Belastungen des Pferdes in den ersten Tagen nach der Befruchtung.

Ein Abortus liegt vor, wenn der Fötus vor dem Entwicklungsende geboren wird und nicht lebensfähig ist. Verursacht wird ein Abortus durch Infektionen mit Viren und Bakterien, eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, Mangelernährung, Verschlingungen der Nabelschnur und genetische Defekte bei dem Fohlen. Auch eine übersehene Zwillingsträchtigkeit kann einen Abortus auslösen.

Quelle: Internet

Seitenanfang