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Ablauf der Trächtigkeit beim Pferd
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Besamung und Trächtigkeitsdauer beim Pferd Bei einer regulär verlaufenden Rosse werden Stuten zwischen April bis Oktober etwa alle 21 Tage rossig. Von November bis Februar entsteht in unseren Breiten kein Eisprung, ein »stutiges« Verhalten kann aber dennoch auftreten. Der Verlauf der Rosse kann von Stute zu Stute sehr unterschiedlich sein.
Nach einer erfolgreichen Besamung beträgt die Trächtigkeitsdauer beim Pferd im Durchschnitt 336 Tage und bewegt sich damit zwischen elf und zwölf Monaten. In Ausnahmefällen ist es auch möglich, dass die Tragezeit bis zu 400 Tage dauern kann.
Die tatsächliche Trächtigkeitsdauer variiert erheblich - je nach Rasse, Alter der Stute und Jahreszeit. Stuten, die im zeitigen Frühjahr trächtig werden, haben tendenziell eine kürzere Tragezeit als solche, die im Sommer trächtig werden. Auch die Fütterung und der allgemeine Gesundheitszustand der Stute beeinflussen die Tragezeit.
Hinweis: In einer Studie über die Trächtigkeitsdauer beeinflussende Faktoren konnte aufgezeigt werden, dass Stuten mit Abfohlung von Juli bis Oktober eine um wenige Tage verkürzte Trächtigkeitsdauer gegenüber den Stuten aufwiesen, die zwischen Januar und April fohlten. Auch das Geschlecht des Fohlens beeinflusst die Trächtigkeitsdauer. So werden Hengstfohlen um einige Tage länger getragen als Stutfohlen.
Entgegen der landläufigen Meinung schadet maßvolles Reiten einer trächtigen Stute nicht. In den ersten 30 Tagen ist allerdings Vorsicht geboten. Sind Stuten an Bewegungsarbeit gewöhnt, kann die Tragezeit für sie durchaus zu einer langweiligen Herausforderung werden. Anstatt den Alltag und die Gewohnheiten des Pferdes komplett zu verändern, ist vielmehr genaues Hinsehen erwünscht. Fühlt sich die Stute wohl, kann sie bedenkenlos - aber maßvoll - geritten werden.
Hinweis: Eine trächtige Stute sollte möglichst naturnah gehalten werden, mit ausreichenden Bewegungsmöglichkeiten auf der Weide.
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Erste Anzeichen und Bestätigung der Trächtigkeit Die ersten Anzeichen einer Trächtigkeit können bereits wenige Wochen nach der Bedeckung sichtbar werden:
- Ausbleiben der Rosse: Wenn eine sonst regelmäßig rossig werdende Stute nicht mehr rossig wird, kann dies auf eine mögliche Trächtigkeit hindeuten.
- Verändertes Verhalten: Manche Stuten werden ruhiger und anhänglicher.
- Appetitsteigerung: Ab dem zweiten Monat nimmt der Nährstoffbedarf zu.
- Euter-Entwicklung: Das Euter füllt sich erst gegen Ende der Trächtigkeit.
Eine Ultraschall-Untersuchung durch den Tierarzt, kann bereits ab dem 14.–16. Tag nach der Bedeckung eine Trächtigkeit feststellen. Blut- und Urintests können zwei bis drei Monate nach der Empfängnis durchgeführt werden. Die Blutuntersuchung (Progesteron-Test, Progesteron ist ein Schwangerschaftshormon) gilt etwa ab dem 40. Tag als zuverlässig. Der Tierarzt kann mit einer weiteren Form des Trächtigkeitstests das Embryo in der Gebärmutter der Stute auch rektal ertasten. Von außen ist eine tragende Stute erst zu erkennen, wenn das Fohlen zunimmt und sich dadurch die Gebärmutter absenkt.
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Ablauf der Trächtigkeit beim Pferd Eine Schwangerschaft wird auch beim Pferd in Trächtigkeitsphasen, sogenannte Trimester, unterteilt: Das erste Trimester verläuft bis zum dritten Monat, das zweite Trimester vom vierten bis zum siebten Monat und das dritte und letzte Trimester vom achten bis zum zwölften Monat.
Verlauf des ersten Trimesters Das erste Trimester der Trächtigkeit einer Stute beginnt am Tag der Empfängnis und endet am 113. Tag. Während des ersten Trimesters sind die Ernährungsanforderungen im Wesentlichen dieselben wie vor der Trächtigkeit. Um sicherzustellen, dass eine Stute ein gesundes Gewicht behält, sollte sie mit hochwertigen Futter versorgt werden. Dies unterstützt die Stute dabei, ihre körperliche Verfassung und eine funktionierende Verdauung aufrechtzuerhalten.
Zwar ändern sich die Bedürfnisse der Stute im ersten Trimester nicht grundsätzlich, dennoch sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehören eine reduzierte Arbeitsbelastung und das Vermeiden von ungewohnten Stress.
Die Scheinträchtigkeit beim Pferd tritt gelegentlich auf, ist aber in der Regel kein Anlass zur Behandlung. Die Symptome verschwinden in den meisten Fällen von selbst. Ursachen sind hormonelle Unausgewogenheiten, die zu einem Abfall von Progesteron (Gelbkörperhormon; ein Hormon das die Schwangerschaftvorgänge reguliert) und einer Zunahme von Prolaktin (Hormon das die Milchproduktion während der Stillzeit anregt) führen und damit zu einer Milchproduktion.
Hinweis: Während dieses ersten Trimesters erhält die trächtige Stute keine Impfungen. Eine Entwurmung wird aktuell, zwischen dem 60. und 90. Tag der Trächtigkeit, empfohlen.
Das zweite Trimester der Trächtigkeit beim Pferd Das zweite Trimester beginnt am 114. Tag und dauert bis zum 225. Tag. In dieser Phase kann die Stute wieder vermehrt belastet werden und sollte keine Energie- und Mineralstoffdefizite in der Ernährung aufweisen.
Im zweiten Trimester rückt die Fütterung der trächtigen Stute vermehrt in den Mittelpunkt. Wichtig ist die an den Energiebedarf angepasste Menge an Kraftfutter sowie ausreichend hochwertiges Raufutter. Nahrungsergänzungsmittel oder bekannte natürliche Mineralstofflieferanten gleichen etwaige Mängel aus.
Äußerlich ist die Trächtigkeit beim Pferd erst zu erkennen, wenn sich die Gebärmutter in den Bauchraum absenkt und das Fohlen stark an Größe zunimmt. Ab dem siebten Monat sind die Bewegungen des Fohlens an der Bauchseite deutlich zu erkennen. Eine Ödemisierung (Wasseransammlung) der Unterseite des Bauches und des Euters ist das erste Anzeichen für eine bevorstehende Geburt. Tritt die Ödemisierung nur auf einer Seite auf, könnte auch eine Infektion vorliegen. In diesem Fall sollte die tragende Stute von einem Tierarzt untersucht werden.
Hinweis: Um die Stute und das ungeborene Fohlen vor dem Equinen Herpesvirus (Herpesviren können Ausschlag hervorrufen) zu schützen, impft der Tierarzt in der Regel zweimal im zweiten Trimester. Die erste Impfung erfolgt während der Trächtigkeit des Pferdes im fünften Monat, die zweite Impfung während der Trächtigkeit des Pferdes im sechsten Monat oder siebten Monat. Zusammen mit der ersten Impfung empfiehlt sich aktuell eine weitere Entwurmung.
Das dritte Trimester der Trächtigkeit beim Pferd Im achten Monat nimmt die Entwicklung des Fohlens im Mutterleib deutlich zu. Das Fohlen liegt in Rückenlage, die Knochen werden härter. Unter anderem fallen Verhaltensänderungen der trächtigen Stute auf, die sich möglicherweise von der Herde zurückzieht.
Das dritte und letzte Trimester der Stute dauert von Tag 226 bis etwa Tag 340 - dem durchschnittlichen Abfohltermin. Das Wachstum und die Entwicklung des Fötus findet hauptsächlich in dieser Phase statt. Aufgrund des schnellen Wachstums gegen Ende der Trächtigkeit steigt der Nährstoffbedarf der Stute um etwa 30 Prozent an. Es ist zwingend erforderlich, ihr über das Futter alle lebenswichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe bereitzustellen.
In dieser Phase sollte die Belastung der Stute verringert werden, denn der wachsende Fötus belastet zunehmend die Lunge. Das Zwerchfell ist bei spät tragenden Stuten verschoben, was ihnen das Atmen erschwert. Die Plazenta des Pferdes (Plazenta ... Mutterkuchen, Nachgeburt) ist bei der Sauerstoffübertragung an das Fohlen vergleichsweise träge. Dennoch bleibt Bewegung wichtig, um die Entwicklung von Ödemen (Ödem ... Wasseransammlung in Gefäßen) bei der Stute zu vermeiden.
Während der dritten Phase der Trächtigkeit kann die Stute zudem eine Tetanusimpfung (Tetanus ... Wundstarrkrampf) erhalten, die in erster Linie dem Aufbau eines soliden Immunsystems des Fohlens dient. Bei der Stute bilden sich hohe Antikörperspiegel, die sich auf das Kolostrum oder Biestmilch (die erste Milch nach dem Fohlen) auswirken.
Steht die Stute kurz vor der Geburt, ist die kontinuierliche Überwachung besonders wichtig. Zu den ersten Anzeichen der Geburt zählt das häufige Liegen. Bei ungewöhnlichem Verhalten sollte man auf jeden Fall den Tierarzt konsultieren.
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Entwicklungsphasen des Fohlens im Mutterleib
Embryonale Phase: Während der embryonalen Phase (Tag 1–60) entwickeln sich alle wesentlichen Organsysteme. Das Herz des Fötus beginnt bereits ab dem 21. Tag zu schlagen. Zwischen Tag 25 und 35 lassen sich per Ultraschall bereits die ersten Körperformen erkennen. Die Geschlechtsdifferenzierung erfolgt etwa um den 40. Tag.
Fötale Phase: Die fötale Phase ist durch rasches Wachstum gekennzeichnet. Besonders im letzten Drittel der Trächtigkeit - den letzten 90 Tagen - nimmt das Gewicht des Fohlens etwa um 60% zu. Regelmäßige ultrasonographische Untersuchungen können das Wachstum bis zum erreichen des Geburtsgewichts dokumentieren und sicherstellen, dass sich das Fohlen normal entwickelt.
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Indikatoren oder Anzeichen für die nahe Geburt Rund vier Wochen vor dem Geburtstermin vergrößert sich das Euter. Zu Beginn schwankt der Umfang des Euters und kann auch an Volumen verlieren. Bleibt das Volumen des Euters konstant, ist dies häufig ein Indikator für die kurz bevorstehende Geburt. Bei Anomalien des Euters (Anomalie ... Abweichenungen, Besonderheiten) sollte man einen Tierarzt zurate ziehen.
Damit der Geburtsvorgang für Stute und Fohlen einfacher wird, verlieren die Beckenbänder bei der Stute an Spannung. Die Becken- und Kruppenmuskulatur wirkt eingefallener und wird weicher. Dadurch wird die Schweifrübe deutlicher sichtbar. Bei der tragenden Stute senkt sich der Bauch deutlich ab. Diese Prozesse erleichtern dem Fohlen den Weg durch den Geburtskanal.
Wenige Tage vor der Geburt vergrößert sich das Euter. Die Milch ist zu diesem Zeitpunkt bereits bis in die Zitzen vorgedrungen. In dieser Phase kann der Bauch der Stute sogar kleiner erscheinen. Ursache sind die Bauchmuskeln, die das Fohlen in die Geburtsposition bringen. Bei manchen, insbesondere älteren Stuten, kommt es zu einem Unterbauchödem (Wasseransammlung), das vom Euter bis zu den Vorderbeinen reicht. Die Scheide der Stute schwillt an und zieht sich in die Länge.
Werden an den Zitzen die sogenannten »Harztröpfchen« sichtbar, steht die Geburt unmittelbar bevor. Die meisten Stuten fohlen rund 24 bis 48 Stunden nach der Ausbildung der Harztropfen ab.
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Grundsätzliches bei trächtigen Stuten Damit sich trächtige Stuten wohlfühlen, spielt die Haltung eine besondere Rolle. Der Zugang zu frischer Luft und ausreichend Bewegung sind wichtig für eine unkomplizierte Geburt. Bei regelmäßigen Weidegang sollte man unbedingt sicherstellen, dass sich keine Giftpflanzen im Gras befinden. In den letzten Wochen der Trächtigkeit neigen Stuten dazu, sich von anderen Pferden abzusondern. Um Stress für das Pferd in dieser Phase zu vermeiden, ist eine gesonderte Koppel oder ein Paddock möglich. Wichtig ist eine trockene und windgeschützte Rückzugsmöglichkeit. Im Übrigen ist die Herdenhaltung nicht immer empfehlenswert. Vor allem, wenn es sich nicht um reine Zuchtstuten handelt, sondern um ehemalige Sportpferde, kann diese Haltungsform vermehrten Stress bedeuten. Man sollte sich daher an der Haltung vor der Trächtigkeit orientieren.
Gerade bei Stuten mit einem möglichen frühen Abfohltermin ist sicherzustellen, dass sie nicht im Freien abfohlen. Das Fohlen könnte dadurch an Unterkühlung leiden und sterben. Der Stute sollte man stattdessen eine große Abfohlbox zur Verfügung stellen.
Um eine Frühgeburt zu vermeiden, sollten bekannte Stressfaktoren für die Stute in den letzten zwei bis drei Schwangerschaftswochen vermieden werden - dazu gehören auch unnötige Transporte. Ist dennoch ein Transport notwendig, eignet sich ein Hänger mit viel Platz am besten.
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Quelle: Internet
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