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Besamung und die 1. Phase der Trächtigkeit
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Zyklus der Stute Normalerweise sind Pferde sogenannte »long day breeders«. Das bedeutet, dass die Paarungszeit durch zunehmende Tageslichtlänge beeinflusst wird. Diese Saisonalität hat ihren Ursprung in der Entwicklungsgeschichte des Pferdes und beruht darauf, sich nur dann fortzupflanzen, wenn die Überlebenschancen für den Nachwuchs wie Umgebungstemperatur, Nahrungsangebot und Wasserverfügbarkeit am größten sind.
Bei einer in unseren Breiten regulär verlaufenden Rosse werden Stuten zwischen April bis Oktober etwa alle 21 Tage rossig. Von November bis Februar entsteht kein Eisprung, ein »stutiges« Verhalten kann aber in dieser Zeit dennoch auftreten. Der Verlauf der Rosse kann von Stute zu Stute unterschiedlich sein.
Der vermehrte Lichteinfall in der Pupille wird vom Gehirn mit einer steigenden Melatoninsekretion beantwortet, was zu einer Freisetzung eines Hormons führt. Dieses Hormon aktiviert durch Anregung der Geschlechtsdrüsen die Produktion weiterer Hormone, die in der Folge zu einer gesteigerten Aktivität führen. Bei der Stute setzen von nun an monatliche Zyklen ein, während der etwa 22-tägigen Zyklusdauer reift eine Eizelle heran und in der 5-7-tägigen Rosse bereitet sich die Stute für eine mögliche Befruchtung vor. Kommt es zu einer Befruchtung der Eizelle, beginnt für die Stute eine etwa 340 Tage andauernde Tragezeit.
Hinweis: Jede Stute sollte auf den Bedeckungstermin durch gezielte, bedarfsgerechte Fütterung vorbereitet werden, da Unterversorgungen zu Fruchtbarkeitsstörungen führen können.
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Besamungsmanagement Das oberste Ziel des Pferdezüchters ist es möglichst schnell nach der Belegung der Stute eine Trächtigkeit zu erzielen. Dabei wird die Fruchtbarkeit von zahlreichen Einflussgrößen bestimmt. Neben der Fruchtbarkeit der Stute und des Hengstes spielen Faktoren wie Haltung und Fütterung, die Art des Spermas und das Besamungsmanagement (Besamungsart, -zeitpunkt, -frequenz, -dosis) eine große Rolle.
Die künstliche Besamung hat sich in der Pferdezucht seit Ende der 80er Jahre fest etabliert. Zur Herstellung flüssigkonservierten Samens wird das Hengstsperma unmittelbar nach der Samenentnahme und spermatologischen Untersuchung mit speziell entwickelten Verdünnermedien versetzt, wodurch eine Lagerungsfähigkeit des Frischsamens von 36-48 Stunden bei Kühlschranktemperatur erzielt wird. So wird einer Überbeanspruchung stark frequentierter Zuchthengste in der zeitlich begrenzten Zuchtsaison entgegengewirkt und eine überregionale Nutzung wertvoller Hengste ermöglicht.
Dabei nimmt der Befruchtungserfolg beim Frischspermaeinsatz mit zunehmender Lagerung ab. Die Überlebensdauer der Spermien im Genitaltrakt der Stute variiert sehr deutlich zwischen den Hengsten (24 Stunden bis 6 Tage). Die besten Ergebnisse werden auf der Station unmittelbar nach der Samengewinnung erzielt, gefolgt von der Abholung des Samens und der Besamung am Tag der Samengewinnung oder der Besamung am folgenden Tag nach dem Versand über Nacht.
Mit künstlicher Befruchtung haben Züchter Zugriff auf ein breiteres Spektrum an Hengsten, auch wenn diese sich an unterschiedlichen geografischen Standorten befinden. Dies ermöglicht eine größere genetische Vielfalt und die Möglichkeit, den besten Hengst für die Stute auf der Grundlage der gewünschten Merkmale und Eigenschaften der Fohlen auszuwählen.
In verschiedenen Studien wurde ermittelt, dass mehrere Belegungen in 24-stündigem Abstand die höchsten Trächtigkeitsergebnisse erbrachten, die vermutlich auf die Bereitstellung »frischer« Samenzellen zum Zeitpunkt des Eisprungs und auf die fertilitätsfördernde Wirkung (Fruchtbarkeit) des enthaltenden Seminalplasmas (Samen- oder Spermaflüssigkeit) zurückzuführen sind. Dies ist jedoch in der modernen Pferdezucht, in der von stark frequentierten Hengsten oft nur ein bis zwei Besamungsportionen pro Rosse zur Verfügung steht, nicht zu realisieren. Daher sollte auf die Bestimmung des Ovulationszeitpunktes (Eisprung) und das Management der
Stute um die Besamung ein besonderes Augenmerk gelegt werden.
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Natürlicher Paarungsprozess Während die künstliche Befruchtung ihre Vorteile hat, bleibt die natürliche Befruchtung eine beliebte und weit verbreitete Methode in der Pferdezucht. Der natürliche Paarungsprozess beinhaltet die Möglichkeit, dass sich Hengst und Stute auf natürliche Weise paaren, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.
Die natürliche Paarung ermöglicht es Pferden, sich auf ihr natürliches Verhalten und ihre sozialen Interaktionen einzulassen. Es bietet Gelegenheit für Balzrituale und die Bindung zwischen Hengst und Stute, was sich positiv auf deren Fortpflanzungserfolg auswirken kann.
Natürliche Paarung ermöglicht die natürliche Selektion oder Auswahl. Stute und Hengst können die körperlichen Eigenschaften, das Temperament und die allgemeine Kompatibilität des anderen beurteilen und so eine bessere Chance haben, Nachkommen mit wünschenswerten Merkmalen hervorzubringen.
Sobald die Brunstperiode der Stute festgestellt ist, ist der Zeitpunkt der Paarung entscheidend. Abhängig von den spezifischen Umständen kann eine natürliche Paarung oder eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden. Die Befruchtung sollte innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor dem Eisprung erfolgen, um die Chancen auf eine Befruchtung zu optimieren. Es ist wichtig zu beachten, dass die Lebensdauer der Eizelle einer Stute relativ kurz ist, während das Sperma des Hengstes im Fortpflanzungstrakt der Stute länger überleben kann. Daher sollte die Befruchtung vor dem Eisprung erfolgen, damit das Sperma genügend Zeit hat, die Eizelle zu erreichen.
Auch die Berücksichtigung der Paarungshäufigkeit ist wichtig. Auch wenn es verlockend sein kann, die Stute während ihrer Brunstperiode wiederholt zu besamen, ist es wichtig, ihrem Fortpflanzungssystem genügend Zeit zu geben, sich zwischen den Paarungen oder der Besamung zu erholen. Übermäßige Paarungshäufigkeit kann zu einer verminderten Fruchtbarkeit führen und das Risiko von Komplikationen erhöhen. Für erfolgreiche Zuchtergebnisse ist die Rücksprache mit einem Tierarzt und die Befolgung seiner Anweisungen hinsichtlich der angemessenen Paarungshäufigkeit von entscheidender Bedeutung.
Bei der Pferdezucht hängt die Wahl zwischen diesen Techniken (natürliche oder künstliche Besamung) von den Zielen des Züchters, den verfügbaren Ressourcen und den spezifischen Eigenschaften der beteiligten Pferde ab. Beide Methoden haben ihre Vorzüge und Züchter sollten ihre Optionen sorgfältig abwägen, um das bestmögliche Ergebnis im Hinblick auf eine erfolgreiche Reproduktion gesunder Nachkommen zu gewährleisten.
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Zeitpunkt und Häufigkeit der Paarung Der Zeitpunkt und die Häufigkeit der Paarung sind entscheidende Faktoren, die den Erfolg der Pferdezucht stark beeinflussen. Stuten haben während ihres Brunstzyklus, ein begrenztes Fruchtbarkeitsfenster. Für eine optimale Zucht ist es entscheidend, den Brunstzyklus der Stute zu verstehen und genau zu bestimmen.
Der Brunstzyklus bei Stuten dauert normalerweise etwa 21 Tage, wobei die Stute etwa 5–7 Tage lang für die Paarung empfänglich ist. Diese Periode wird als »Hitzeperiode« bezeichnet. In dieser Zeit gibt die Stute eine Eizelle aus ihren Eierstöcken ab und es wird am wahrscheinlichsten, dass die Stute schwanger wird.
Um die Chancen einer erfolgreichen Zucht zu maximieren, müssen Züchter den Brunstzyklus der Stute genau überwachen. Dies kann durch verschiedene Methoden erreicht werden, einschließlich Verhaltenszeichen wie verstärkter Lautäußerung, Harndrang und Empfänglichkeit gegenüber dem Hengst. Darüber hinaus können Tierärzte Hormontests und Ultraschalluntersuchungen durchführen, um den genauen Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen.
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Erste Phase der Trächtigkeit Die Trächtigkeit beim Pferd dauert etwa 11 Monate. Die tatsächliche Dauer variiert jedoch je nach Rasse, Alter der Stute und Jahreszeit erheblich. Die ersten Anzeichen einer Trächtigkeit können bereits wenige Wochen nach der Bedeckung sichtbar werden:
- Ausbleiben der Rosse: Wenn eine sonst regelmäßig rossig werdende Stute nicht mehr rossig wird, kann dies auf eine mögliche Trächtigkeit hindeuten.
- Verändertes Verhalten: Manche Stuten werden ruhiger und anhänglicher.
- Appetitsteigerung: Ab dem zweiten Monat nimmt der Nährstoffbedarf zu.
- Euter-Entwicklung: Gegen Ende der Trächtigkeit füllt sich das Euter zunehmend.
Eine Ultraschall-Untersuchung durch den Tierarzt, kann bereits ab dem 14.–16. Tag nach der Bedeckung eine Trächtigkeit feststellen. Blut- und Urintests können zwei bis drei Monate nach der Empfängnis durchgeführt werden. Die Blutuntersuchung (Progesteron-Test, Progesteron ist ein Schwangerschaftshormon) gilt etwa ab dem 40. Tag als zuverlässig. Der Tierarzt kann mit einer weiteren Form des Trächtigkeitstests das Embryo in der Gebärmutter der Stute auch rektal ertasten. Von außen ist eine tragende Stute erst zu erkennen, wenn das Fohlen zunimmt und sich dadurch die Gebärmutter absenkt.
In den ersten Wochen nach der Befruchtung entwickelt sich das Embryo rasch. Das sogenannte Blastozystenstadium (Tag 6–8) ist besonders kritisch - in dieser Phase können bis zu 30 % der Trächtigkeiten durch verschiedene Faktoren wieder verloren gehen. Ab dem 40. Tag spricht man von einem Fötus und das Risiko einer spontanen Auflösung sinkt deutlich.
Während der embryonalen Phase (Tag 1–60) entwickeln sich alle wesentlichen Organsysteme. Das Herz des Fötus beginnt bereits etwa ab dem 21. Tag zu schlagen. Zwischen Tag 25 und 35 lassen sich per Ultraschall bereits die ersten Körperformen erkennen. Die Geschlechtsdifferenzierung erfolgt etwa um den 40. Tag.
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Abschließende Betrachtungen Bei der Pferdezucht sollte das Wohlergehen der beteiligten Tiere oberste Priorität haben. Das bedeutet, sicherzustellen, dass die Pferde mit Sorgfalt und Respekt behandelt werden und ihnen angemessene Lebensbedingungen geboten werden, d.h. das Zufügen von unnötigen Stress, Unbehagen oder Schaden muss unbedingt vermieden werden. Um ethische Praktiken in der Pferdezucht sicherzustellen, ist es notwendig, die allgemein anerkannten oder festgelegten rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen einzuhalten.
Das Alter und die Gesundheit der Stute spielen eine wesentliche Rolle für den Erfolg der Pferdezucht. Die Fortpflanzungsfähigkeit einer Stute ist in einer bestimmten Altersgruppe am höchsten. Im Allgemeinen befinden sich Stuten im Alter zwischen vier und fünfzehn Jahren in ihrem besten Alter, um Nachwuchs zu bekommen. Jüngere Stuten haben möglicherweise kein vollständig entwickeltes Fortpflanzungssystem, während ältere Stuten möglicherweise eine verminderte Fruchtbarkeit haben.
Eine weitere Herausforderung in der Pferdezucht ist die Auswahl des Hengstes, da seine Genetik und Fortpflanzungsfähigkeit die Eigenschaften von hoffentlich gesunden Nachkommen stark beeinflussen. Bei der Auswahl eines Hengstes ist es wichtig, seine Abstammung, sein Exterieur und seinen allgemeinen Gesundheitszustand zu berücksichtigen. Ein gut »erzogener« Hengst mit wünschenswerten Eigenschaften kann der Garant für gesunde Fohlen sein.
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Quelle: Internet
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