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Wie schlafen Pferde?
Schlafverhalten von Pferden
Als Fluchttiere halten sich Pferde stets bereit, auf mögliche Gefahren zu reagieren. Im Liegen sind sie eine leichte Beute. Deshalb hat sich bei Pferden ein besonderes Schlafverhalten entwickelt, das ihnen auch im Stehen Erholung ermöglicht.
So bevorzugen freilebende Pferde oft erhöhte Liegeplätze mit einer guten Rundumsicht, um Feinde frühzeitig erkennen zu können. Als weitere Sicherheitsmaßnahme legen sich nie alle Pferde einer Herde gleichzeitig ab, mindestens ein Pferd bleibt stehen, um die anderen bei Gefahr schnell warnen zu können (Pferde passen sich am Verhalten der Herde an, Gruppendynamik). Zwischendurch schlafen Pferde immer wieder für mehrere kleinere Schlafperioden, welche von wenigen Minuten bis zu einer Stunde andauern können.
Wie alle Säugetiere durchlaufen auch Pferde verschiedene Schlafphasen, die sich grob in drei Phasen unterscheiden lassen: einen leichten, dösenden Schlaf, den SWS-Schlaf und den REM-Schlaf. Alle Schlafphasen sind notwendig für die Regeneration, körperlich wie mental. Entscheidend dabei ist, dass Pferde je nach Schlafphase eine andere Körperhaltung einnehmen.
Pferde sind ca. 75 % des Tages wach, 8 % des Tages dösen sie, 13 % verbringen sie in der Tiefschlaf-Phase (SWS-Schlaf oder Slow-Wave-Sleep), 4 % schlafen sie im Traumschlaf oder REM-Schlaf (Rapid-Eye-Movement oder schnelle Augenbewegung).
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Schlafphasen
Das Schlafen kann man beim Pferd in drei verschiedene Phasen aufteilen: das Dösen, der SWS-Schlaf und der REM-Schlaf.
Dösen Das Dösen beim Pferd kann man dem einfachen SWS-Schlaf zuordnen. Es ist eine Zwischenphase zwischen Wachsein und Schlafen. Pferde dösen ungefähr zwei Stunden am Tag. Den größten Teil davon verbringen sie im Stehen, aber auch im Liegen. Die Muskeln sind dabei kaum angespannt und die Augen sind meistens halb geöffnet. So bekommt das Pferd seine Erholung, ohne wirklich schlafen zu müssen.
Körperhaltung beim Dösen: Beim Dösen bleibt das Pferd auf den Beinen. Der Kopf ist leicht gesenkt, die Augen halb geschlossen, die Atmung ruhig. Häufig ist ein Hinterbein entlastet und nur mit der Hufspitze am Boden. Die Muskulatur ist weitgehend locker, die Ohren bewegen sich nur gelegentlich bei Umgebungsgeräuschen.
Aber nun kann man sich die Frage stellen, wieso kippen dösende Pferde bei entspannter Muskulatur nicht um? Möglich ist dieser leichte Schlaf im Stehen durch ein biomechanisches System, den sogenannten »Stay Apparatus«. Dabei blockieren Sehnen und Muskeln die Gelenke, sodass Pferde auch beim Dösen nicht umkippen. Dieser »Feststellmechanismus« ist ein Überlebensvorteil: Er ermöglicht es, sich zu erholen und gleichzeitig ermöglicht dieses System auch eine schnelle Reaktion beim Auftreten von möglichen Gefahren.
SWS-Schlaf (SWS ... Slow-Wave-Sleep) SWS-Schlaf oder Slow-Wave-Sleep (Non-REM-Schlaf), er wird auch als Tiefschlaf bezeichnet. Beim SWS-Schlaf verlangsamt sich die Atem- und Herzfrequenz und das Gehirn wird inaktiv. Manchmal sind Muskelbewegungen zu erkennen. Die Augen sind meist geschlossen, können jedoch noch leicht geöffnet sein. Obwohl das Gehirn inaktiv ist, bekommen Pferde in dieser Phase alles mit und sind sofort reaktionsbereit, wenn Gefahr droht.
Körperhaltung beim SWS-Schlaf: Viele Pferde verbringen diese Schlafphase im Liegen in Brustlage, sie kann aber auch im Stehen erreicht werden.
REM-Schlaf (REM ... Rapid-Eye-Movement) REM-Schlaf bedeutet Rapid-Eye-Movement-Schlaf (paradoxer Schlaf oder Traumschlaf) und ist erkennbar an den schnellen Augenbewegungen, hinter den geschlossenen Augenlidern. Beim REM-Schlaf werden Atem- und Herzfrequenz noch weiter zurückgefahren als im SWS-Schlaf. Das Gehirn ist in dieser Schlafphase aber äußerst aktiv. Pferde kommen immer erst in den SWS-Schlaf und dann in den REM-Schlaf. Die REM-Schlafphase können Pferde nur im Liegen in Seitenlage erreichen und sie ist äußerst wichtig für die Muskel-Erholung und damit für die Gesundheit des Pferdes unerläßlich. Hinweis: Nur bei absoluten Sicherheitsgefühl legen sich Pferde für den REM-Schlaf hin. Ein langanhaltender Mangel an liegendem REM-Schlaf führt bei Pferden zu chronischer Erschöpfung und unkontrollierbaren Zusammenbrüchen.
Körperhaltung im REM-Schlaf: Der für das Gehirn des Pferdes so wichtige REM-Schlaf ist nur im Liegen möglich. In dieser Phase ist der gesamte Körper völlig entspannt, die Muskelaktivität wird nahezu vollständig eingestellt. Sie legen sich dazu entweder in Brustlage oder mit ausgestreckten Beinen flach auf die Seite.
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Wie lange schlafen Pferde?
Im Vergleich zum Menschen, der rund sieben bis neun Stunden Schlaf benötigt, sind Pferde echte Kurzschläfer. Insgesamt schlafen sie etwa nur drei bis fünf Stunden. Allerdings schlummern sie nicht am Stück, sondern in mehreren, in etwa 20-minütigen Abschnitten. Ein durchgehender Nachtschlaf, wie wir Menschen ihn kennen, ist Pferden fremd. Weitere zwei bis drei Stunden verbringen sie dösend im Stehen.
Wer sich fragt, wie schlafen Pferde, sollte nicht nur auf die Dauer achten, sondern auch auf die Verteilung der Schlafphasen. Denn anders als wir schlafen Pferde sowohl tagsüber als auch nachts. Beobachtungen dazu, wie schlafen Pferde, zeigen, dass sie ihren Rhythmus an ihre Umgebung, ihr individuelles Sicherheitsempfinden und die Herdenstruktur anpassen.
Ein Pferd legt sich nur dann hin, wenn es sich absolut sicher fühlt. Meist geschieht das nachts oder während der Mittagsruhe in der Herde. Die Phasen auf dem Boden sind kurz und dauern selten länger als 30 Minuten (bei Menschen werden diese kurze Schlafphasen als Powernapping bezeichnet). Ein Pferd, das sich nie hinlegt, obwohl es gesund ist, könnte unter Stress oder Unsicherheit leiden.
Schlafstörungen bei Pferden sind nicht immer leicht zu erkennen. Ein Pferd kann müde wirken oder scheinbar schlafen, ohne die erholsamen Schlafphasen, in ausreichender Dauer und Tiefe, zu erreichen. Besonders kritisch ist dabei der REM-Schlaf, weil er nur im Liegen möglich ist. Zu den auffälligen Anzeichen können ungewöhnlich häufiges Gähnen, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme und eine auffällige Müdigkeit gehören. Auch plötzliches Wegnicken oder ungewöhnliches Stolpern kann ein Hinweis darauf sein, dass ein Pferd unter erheblichem Schlafmangel leidet.
Die Antwort auf die Frage »wie schlafen Pferde« ist also auch eine Frage nach Vertrauen, sozialem Halt und den äußeren Bedingungen.
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Wie lange dürfen Pferde am Stück liegen?
Aufgrund ihres Gewichts und Körperbaus ist langes Liegen für Pferde nicht unproblematisch. Der Druck auf innere Organe und ihre Muskulatur kann zu Durchblutungsstörungen, Atemnot oder Kreislaufproblemen führen.
In der Regel liegen Pferde daher nicht länger als eine Stunde am Stück. Verbringt ein Pferd einen längeren Zeitraum liegend oder hat Probleme beim Aufstehen, handelt es sich meist um einen medizinischen Notfall.
Umgekehrt ist auch das Ausbleiben von Liegephasen problematisch. Ohne REM-Schlaf kommt es - langfristig gesehen - unausweichlich zu Erschöpfung und deutlichen Verhaltensauffälligkeiten.
Wenn ein Pferd über längere Zeit kaum oder gar nicht liegt, sollte deshalb nicht nur die Haltungsumgebung betrachtet werden. Auch Schmerzen, neurologische Erkrankungen, Probleme des Bewegungsapparates oder andere gesundheitliche Ursachen müssen ausgeschlossen werden.
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Schlafverhalten von adulten Pferden
Adulte Pferde ruhen im Schnitt sieben Stunden am Tag. Sie verbringen etwa drei Stunden mit Schlafen und mehr als drei Stunden mit Dösen. Bei schlechter Futterqualität und -quantität kann die Ruhephase auch kürzer ausfallen, bei guter Futterqualität länger.
Für den Tiefschlaf legen sich Pferde ab. Wenn sie von anderen nicht in Ruhe gelassen werden und in Stress kommen oder krank sind, legen sie sich nicht mehr ab und können so auch nicht mehr in die Tiefschlafphase kommen.
Sollte das passieren, erleiden Pferde erheblichen Schlafmangel, was zu einer narkoleptischen Störung (neurologische Erkrankung, Umfallen aus dem Stand durch Muskelermüdung) führen kann. Wenn darauf geachtet wird, dass diese Pferde zum Schlafen separiert werden, können die Symptome der narkoleptischen Störung wieder abklingen.
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Schlafverhalten von Fohlen und Jungpferden
Fohlen schlafen wesentlich mehr als adulte Pferde. Sie benötigen am Tag mehrere Tiefschlafphasen. Besonders in den ersten Tagen werden Fohlen schnell müde und schlafen sehr viel, immer in kurzen Intervallen über den Tag verteilt. Tagsüber verbringen sie meist mit dösen - 3 bis 4 Stunden - während dieser Zeit liegen Pferde meist in Brustlage. Nachts schlafen Fohlen bis zu sechs Mal immer nur einige Minuten. Der längste Schlafzyklus dauert bis zu 15 Minuten, diesen verbringen sie in Seitenlage. Fohlen brauchen, um zu schlafen, einen trockenen, warmen und sauberen Untergrund, da sie sonst nicht richtig zur Ruhe kommen können.
Stutfohlen und Hengstfohlen unterscheiden sich in ihrem Liegeverhalten, so liegen Stutfohlen fast doppelt so lang in Seitenlage wie Hengstfohlen
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Schlafverhalten von alten Pferden
Bei älteren Pferden treten oft Einschränkungen auf, da Gelenkprobleme das Hinlegen erschweren, ihnen das Aufstehen zu anstrengend ist oder es ihnen Schmerzen bereitet. Deswegen sollte bei alten Pferden gut darauf geachtet werden, dass sie genug Ruhe bekommen. Damit keine Schlafstörungen auftreten und in der Folge weitere Gesundheitsprobleme, sollten sie genug Platz haben. Der Boden sollte entsprechend für die älteren Pferde vorbereitet sein und damit sehr angenehm zum Liegen sein (dickeres Strohpolster).
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Schlafpositionen
Pferde können in drei verschiedenen Positionen schlafen: im Stehen, in Brustlage oder in Seitenlage.
Pferde legen sich nicht immer hin. Wenn die Box zu klein ist oder nicht oft genug ausgemistet wird, bleiben Pferde zum Schlafen stehen. Auch psychische Ursachen wie zum Beispiel Angst oder Nervosität können Gründe dafür sein. Deswegen ist es wichtig, dass Pferde immer einen sauberen und trockenen Platz zum Schlafen haben und ihnen genügend Zeit gelassen wird, um zur Ruhe zu kommen.
Wenn dies alles gegeben ist, kann es allerdings auch andere Gründe haben, dass Pferde sich nicht hinlegen wollen. Ein Grund kann sein, dass das Pferd Schwierigkeiten hat, wieder aufzustehen, dies betrifft oft alte oder erkrankte Pferde (z.B. Spat).
Schlafen im Stehen: Wenn Pferde im Stehen schlafen, senken sie den Kopf ab, schließen die Augen halb oder ganz und lassen ihre Unterlippe hängen. Außerdem belasten Pferde während dieser Phase nie alle vier Beine gleichzeitig. Sie entlasten immer eines ihrer Hinterbeine, dieses wechseln sie alle 4 bis 5 Minuten. In dieser Haltung können Pferde jederzeit flüchten und müssen für die Flucht nicht aufstehen. So sind Pferde immer wachsam und können mit ihren Ohren trotzdem ihre Umgebung erkunden.
Schlafen in Brustlage: Das Pferd legt sich ab, wobei es Vorder- und Hinterbeine unter den Körper zieht. Den Kopf hält das Pferd aufrecht, während es meist das Maul auf dem Boden abstützt. Die Ohren bleiben während des Liegens immer in Bewegung, um die Umgebung zu beobachten.
Schlaf in Seitenlage: Das Pferd legt sich in Brustlage ab. Daraufhin legt es sich auf eine Körperseite und streckt alle vier Beine von sich. In dieser Lage gibt das Pferd seine komplette Sicht auf und muss sich absolut sicher fühlen.
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Welche Rolle spielt die Haltung für das Schlafverhalten von Pferden?
Die Haltung hat großen Einfluss auf das Schlafverhalten. Ob in freier Wildbahn oder im Stall: Pferde brauchen Raum, Ruhe und soziale Sicherheit. Bei Wildpferden übernehmen Herdenmitglieder abwechselnd die Wache, während andere ruhen. Dieses Verhalten bleibt auch bei domestizierten Pferden bestehen. Selbst auf der Koppel kann man oft beobachten, wie sich ein Teil der Gruppe hinlegt, während andere aufmerksam bleiben.
Hinweis: Bei einer Studie mit 47 Pferde aus Norditalien, wurden viermal im Jahr Haarproben von allen Pferden gesammelt. Anschließend wurden die Cortisol-Konzentrationen in den Haaren analysiert. Sie gelten als zuverlässiger Marker für langfristigen Stress. Das Ergebnis: In allen drei Gruppen wurden im Sommer und Herbst die höchsten Cortisolwerte festgestellt. Ebenfalls auffällig: Bei Pferden über 15 Jahren waren die Werte signifikant höher. Die Nacht im Stall, scheint sich damit bei vielen Pferden positiv auf das Wohlbefinden auszuwirken. Für Pferde, die am Tag grasen und soziale Interaktionen haben, kann der Stall eine nächtliche Umgebung darstellen, die den Schlaf fördert.
Wer herausfinden möchte, wie Pferde unter bestimmten Bedingungen schlafen, sollte die gesamte Lebensumgebung betrachten: Reichen die Liegeflächen aus? Gibt es Konflikte in der Gruppe? Ist die Umgebung ruhig genug für tiefen Schlaf?
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Quelle: wikipedia.de
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