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Elektrozaun

Grundlagen und Wirkungsweise

Die Hütewirkung eines Elektrozaunes basiert auf der Durchströmung des Tierkörpers mit extrem kurzen elektrischen Stromimpulsen (Stromschlägen), die zu kurzzeitigen schreckhaften, aber in der Regel gesundheitlich ungefährlichen Muskelkontraktionen führen.

Ein Elektrozaungerät versorgt den angeschlossenen Zaun periodisch mit Stromimpulsen und kann bei Netzgeräten über 230 Volt, bei Akku- und Solargeräten über 12 Volt und bei Batteriegeräten über die traditionelle 9 Volt Weidezaunbatterie betrieben werden.

Die Zaunberührung mit dem Stromimpuls wird vom Tier und auch vom Mensch als sehr unangenehm empfunden, so dass eine nochmalige Berührung im Normalfall vermieden wird (psychologische Abschreckung), wobei die Tiere rein erfahrungsgemäß erkennen, dass hier kein Durchkommen ist.

Hinweis: Der Elektrozaun ist ein Kreislaufsystem. Eine einzige Schwachstelle im System sorgt dafür, dass der Stromschlag für das Tier stark abgeschwächt wird. Es kann nur so viel Strom aus dem Gerät und durch den Stromleiter fließen, wie über die Erdung an das Gerät zurückgeleitet werden kann.

Bestandteile eines Elektrozaunes

Zaun- und Impulsspannung

Der Spitzenwert der Zaunspannung liegt zwischen etwa 2.000 und 15.000 Volt, die der Impulsenergie zwischen 0,08 und 15 Joule. Die Zaunspannung kann oder sollte mit einem geeigneten Voltmeter oder mit einem Zaunprüfer täglich kontrolliert werden.

Die Höhe der Impulsspannung mit mehreren 1000 Volt stellt keine Gefährdung für Mensch und Tier dar - es gilt: je höher die Impulsspannung, desto besser. Für die Hütewirkung bei kurzen, gut isolierten Zäunen sind kleine Impulsenergieraten völlig ausreichend (bis 1 Joule), bei längeren Zäunen mit Bewuchs wird eine höhere Energie benötigt: Je höher die Energie und die Spannung, desto besser kann auch bei Bewuchs die Hütewirkung sichergestellt werden. Gräser werden bei Kontakt mit dem Elektrozaun braun und verlieren ihre Leitfähigkeit, so dass weniger Impulsenergie zum Boden abgeleitet wird (im Elektrozaun verbleibt durch eine gute Isolierung zum Boden mehr Energie in der Leitung), was die Hütewirkung erhöht.

Hinweis: Bei einer hohen Impulsenergie (> 5 Joule) kann es eventuell zu gesundheitlichen Schäden beim Menschen, insbesondere bei Kindern oder Kranken, führen.

empfohlene Zaunhöhen

Hinweis: Für Stabil- wie auch für Elektrozäune gilt als Faustregel etwa eine Höhe von 0,75 bis bis 0,8-mal der Widerristhöhe. Ein hütesicherer Weidezaun kann zwangsläufig den Menschen nicht ersetzen, da er nur den Aspekt abdecken kann, die Tiere möglichst auf einer durch den Zaun festgelegten Fläche zu halten.

prinzipieller Aufbau eines Elektrozaunes

Bild-Legende: 1 ... Weidezaungerät - Netzgerät (230 V), Akku-Gerät (12 V); 2 ... Erdung - Vorausetzung für die Funktionstüchtigkeit des Elektrzauns ist eine ausreichende Erdung; 3 ... Erdanschlusskabel - Verbindung mit dem Erdungsstab; 4 ... Zaunanschlusskabel - Verbindung des Gerätes mit dem Zaun; 5 ... Weidezaunpfahl - unterschiedliche Ausführungen je nach Art des Zauns; 6 ... Isolatoren - Isolierung zwischen dem elektrischen Leiter und Zaunpfahl; 7 ... Leitermaterial - Bänder, Seile, Litzen oder Drähte; 8 ... Seil-/Bandkupplung - Verbindung zwischen den Zaunreihen; 9 ... Verbinder - Verbindung der einzelnen Teilseile, Bänder oder Drähte

Ordnungsgemäße Erdung

Im Stromkreislauf des Weidezaunsystems fließt der Strom durch das Erdreich und über die Erdungsstäbe an das Weidezaungerät zurück. Deshalb funktioniert ein Elektrozaunsystem nur zuverlässig bei fachgerecht installierter Erdung. Bei unzureichender Erdung fließt bei Tierberührung weniger Strom und die Abschreckwirkung auf das Tier ist entsprechend vermindert. Die zur Erdung verwendeten Erdungsstäbe müssen dauerhaft rostfrei sein, möglichst feuerverzinkt oder aus Edelstahl, lang genug und genügend tief im feuchten Boden verankert werden. Auf trockenen Standorten, wo der Boden schlecht leitet, sind mehrere mit einem Erdkabel verbundene Erdungsstäbe notwendig (siehe Bild oben). Auf eine sichere Verbindung zwischen dem Gerät und den Erdungsstäben muss geachtet werden.

Die Zuverlässigkeit der Erdung kann anhand der Spannung am Erdungsstab überprüft werden. Die Erdung ist in Ordnung, wenn nach Verursachung eines Kurzschlusses (Eisenpfähle an den elektrischen Leiter stellen) beim letzten Erdungsstab keine oder maximal 500 Volt Spannung gemessen werden können. Wird aber immer noch eine Spannung gemessen, so ist ein weiterer Erdungsstab einzusetzen. Laut den technischen DIN-Normen, muss die Erdung des Zaunes mindestens 10 Meter Abstand zur Erdung des Stromnetzes von Gebäuden haben (im Zweifel den zuständigen Elektromeister fragen).

Mindestempfehlung für die Anzahl der Erdungsstäbe: 1 Erdungsstab von 1 bis 2 Meter Länge pro 1 Joule Impulsenergie Geräteleistung; 1 Erdungsstab für ein 1-Joule-Gerät; 2 Erdungsstäbe für ein 2-Joule-Gerät; 3 Erdungsstäbe für ein 3 Joule Gerät

Wirkprinzip eines Elektrozaunes

Der Elektrozaun ist ein elektrischer Stromkreis, der bei Tierberührung geschlossen wird, wodurch der Stromfluss überhaupt erst zustande kommt (siehe Bild: unten). Bei Tierberührung kommt ein Stromfluss durch das Tier und die Erde zustande, wobei der oder die Erdungsstäbe den Strom aufnehmen und über die Erde in das Gerät zurückspeisen. Der Stromkreis ist damit also geschlossen und das Tier bekommt einen kurzen Stromschlag.

Wirkprinzip eines Elektrozaunes bei Tierberührung

Die Hütewirkung ist dann optimal, wenn der Strom im gesamten Kreis gut fließen kann. Dies ist gegeben, wenn alle Teile gute elektrische Leitfähigkeit, d.h. einen geringen ohmschen Widerstand haben.

Die Leitfähigkeit des Bodens ist mehr oder weniger vorgegeben: Feuchter Boden mit guter Grasnarbe leitet sehr gut, trockener Boden mit wenig Grasbewuchs schlecht. Ganz wichtig sind Anzahl und Tiefe der Erdungsstäbe; hier gilt: je mehr und je tiefer, desto besser. Die Erdungsstäbe sollten an möglichst feuchten Stellen in den Boden eingeschlagen werden.

Mindestzaunspannung und Impulsenergie

Zwei elektrische Ausgangsgrößen des Elektrozaungerätes sind für den Betrieb des Zaunes wichtig: die Zaunspannung in Volt und die Impulsenergie in Joule. Der Spitzenwert der Zaunspannung liegt zwischen etwa 2.000 und 15.000 Volt (Mindestspannung unterschiedlich - je nach Tierart), die Impulsenergie zwischen 0,08 und 15 Joule (je nach Zaunlänge und Bewuchs).

Mindestzaunspannungen

Hinweis: Ein hütesicherer Elektrozaun muss zu jeder Zeit an jeder Stelle für die jeweilige Zaunart vorgegebene Mindestspannung aufweisen. Dies ist täglich zu kontrollieren. Gerichtsurteile basieren auf den einschlägigen VDE-Richtlinien, die insofern beim Zaunbau zu beachten sind.

Impulsenergie der Geräte

Hinweis: Faustregel für Standardzäune mit Bewuchs: pro 1,0 Kilometer Zaunlänge sollten den Geräten mindestens 1,0 Joule Impulsenergie zur Verfügung stehen.

Alarmmierung

Nach der gültigen DIN-Norm müssen Elektrozaungeräte mit Einrichtungen zur visuellen und akustischen Alarmierung versehen sein, wenn Impulsenergien von mehr als 5 Joule abgegeben werden, wobei auch die Impulsfolge automatisch von normal etwa einer Sekunde auf drei Sekunden verlängert wird. Diese Einrichtung dient neben der zeitverzögerten Leistungsanpassung auch der Sicherung von Personen gegen Unfälle.

Quelle: Internet

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