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Weidezaun
Einführung in die Weidehaltung
Weidehaltung ist eine ursprüngliche, nachhaltige und tiergerechte Form der Landwirtschaft. Ein Risiko der Weidehaltung sind mögliche Tierausbrüche. Für Schäden, die aus Weiden ausgebrochene Tiere verursachen, haftet die Tierhalter, es sei denn, sie können nachweisen, dass sie bei der Beaufsichtigung der Tiere die erforderliche Sorgfalt beachtet haben oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden wäre.
Hier muss zum einen der Zaun grundsätzlich dem Gefährdungspotenzial der Umgebung wie z.B. in Nähe einer viel befahrenen Straße und der Tierart entsprechen. Zum anderen muss die Funktion des Zaunes täglich kontrolliert werden. Natürlich müssen die Tiere auf der Weide auch ausreichend mit Futter und Wasser versorgt sein, was ebenfalls täglich zu kontrollieren ist.
Auch Beunruhigungen der Herde, wenn z.B. bei einer Herdenumstellung neue Tiere zur Herde hinzukommen und es als Folge zu Rangordnungskämpfen kommt, sollten auf ein Mindestmaß reduziert, besser noch vermieden werden.
Doch was gilt es bezüglich des Weidezaunes zu beachten? Ein Weidezaun sollte möglichst ausbruchsicher sein und einen Schutz vor Beutegreifern bieten. Die Weidetiere sollen sich durch den Zaun möglichst nicht verletzen können, der Zaun soll auch stabil, langlebig und kostengünstig sein und je nach Lage sind
auch Belange des Natur- und Umweltschutzes zu berücksichtigen.
Einen absolut ausbruchsicheren Weidezaun gibt es jedoch nicht. Bei in Panik geratenen Tieren halten weder Elektrozäune, noch Stabilzäune und auch keine mit Stacheldraht bewehrten Zäune, nicht einmal Stahlkonstruktionen mit einbetonierten Pfählen können dem Druck der in Panik geratenen Tiere standhalten.
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Zäune für Pferdeweiden
Das Pferd ist ein Flucht- und Lauftier, das allgemein und insbesondere auf der Weide einen hohen Bewegungsdrang hat. An die Zäune sind deshalb besondere Anforderungen zu stellen. Neben einer ausreichenden
Hütesicherheit müssen die Zäune für die Tiere gut sichtbar und in ihrer Höhe den Eigenschaften der zu weidenden Pferde angepasst sein.
Pferde leben im Herdenverband. Es ist daher darauf zu achten, dass möglichst nicht einzelne Tiere neben einer Herde gehalten werden. Als Lauftiere müssen Pferde kontinuierlich fressen, daher muss ein ständiges Futter- und Wasserangebot vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall, so werden Pferde versuchen, Zäune zu überwinden, um an bessere Futter- und Wasserangebote zu gelangen. In den harmlosesten Fällen werden die Pferde mit einigen akrobatischen Verrenkungen versuchen, ihr Nahrungsangebot zu verbessern.
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Für Stabil- wie auch für Elektrozäune gilt als Faustregel etwa eine Höhe von 0,75 bis bis 0,8-mal der Widerristhöhe. Um das Restrisiko einer Verletzung für die Pferde z.B. beim Wälzen in der Nähe des Zaunes zu minimieren, sollten die untersten Reihen je nach Pferdegröße bei stabilen Standardzäunen (z.B. Holzriegelzäune) nicht tiefer als 45 bis 60 Zentimeter über dem Boden verlaufen.
Hinweis: Gelegentlich wird darüber nachgedacht, natürliche Bedingungen an den Grenzen von Weiden (Wassergräben, Hecken, Steinwälle, ...) als eine Weideeinfriedung, anstelle der handelsüblichen Weideumzäunungen, zu nutzen. Prinzipiell ist eine natürliche Einfriedung als Weideumzäunung möglich, sie ist vor allem kostenmäßig von Vorteil. Aus verschiedenen Gründen sind jedoch Wassergräben, Hecken oder Steinwälle als Weidebegrenzung nur in Ausnahmen als geeignet anzusehen. Fließgewässer, Bäche und Wassergräben sind auch aufgrund widersprüchlicher Erfahrungen (vor allem in Schrecksituationen) als natürliche Einfriedung für die Weidehaltung wenig geeignet.
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Wolfsabweisende Zäune für Pferdeweiden
Obwohl Übergriffe auf Pferde in Deutschland in den letzten 20 Jahren eher selten auftraten, so besteht doch ein Restrisiko mit zuletzt steigender Tendenz. Dabei sind bisher eher Kleinpferde und Fohlen betroffen, aber nicht ausschließlich.
Soll ein Pferdezaun gleichzeitig eine abweisende Wirkung gegen den Wolf haben, ist dies über Neubau eines zusätzlichen Elektrozaunes möglich oder über Aufrüsten eines bestehenden Elektro- oder Holzstangenzaunes mit weiteren elektrischen Leitern. Der Zaun muss speziell im unteren Bereich mit zusätzlichen stromführenden Leitern versehen werden, um das für Wölfe typische Untergraben zu verhindern. Oft wird befürchtet, dass Pferde sich darin verletzen könnten. Deshalb sind hier vornehmlich Leiter mit geringem Verletzungspotential (z.B. mit leitfähigem Kunststoff ummantelte Drähte) geeignet,
wenn Pferde in direkten Kontakt mit ihnen kommen können.
Als wolfsabweisende Zäune können unterschieden werden: Elektrofestzäune, mobile Elektrozäune und gegen Untergraben sowie gegen Überklettern gesicherte Knotengitterzäune oder sonstige gegen Durchschlüpfen,
Untergraben und Überklettern gesicherte Stabilzäune.
Generell sollte die eingezäunte Fläche den Weidetieren die Möglichkeit bieten, einem am Zaun auftauchenden Wolf auszuweichen. Ist die Fläche zu klein, geraten die Herden schneller in Panik, was zu Ausbrüchen und
somit zur Zerstörung der Zaunanlage führen kann. In letzter Konsequenz heben die Weidetiere dadurch die Schutzfunktion des Zaunes auf.
Sind andere Möglichkeiten vorhanden, z.B. Erhebungen als potentielle feste oder bewegliche Einsprunghilfen (z.B. gestapelte Strohbunde), so sind diese Einsprunghilfen unschädlich zu machen. Falls ein Schutz der Herde mit einfachen Vorkehrungen nicht möglich ist, so sollte die Herde nachts in einem geschlossenen Stall
untergebracht werden.
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Quelle: Internet
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